So nutzt du freie Gewichte selbstbewusst

20 April 2026
Von Kaylee Portegies Zwart, Head Trainer bei Basic-Fit
Training
So nutzt du freie Gewichte selbstbewusst - photo 1.1

Zum ersten Mal in den Bereich mit freien Gewichten zu gehen, kann sich einschüchternd anfühlen. Als wüssten alle genau, was sie tun, nur du nicht. Vielleicht hast du das Gefühl, dass dich alle anschauen oder dass du im Weg bist.

Als Trainer sehe ich viele Anfänger, die diesen Bereich genau deshalb meiden. Sie bleiben lieber bei Geräten oder Cardio, weil sich das sicherer anfühlt.

Die gute Nachricht ist, du musst nicht alles wissen, um anzufangen. Ein einfacher Plan und ein paar Basics reichen. Ich zeige dir, wie du startest, damit du ins Gym gehst und weißt, was zu tun ist.

Drei Personen trainieren gemeinsam im Freihantelbereich, eine macht einen Ausfallschritt mit einer Langhantel, während die anderen sie anfeuern und lächeln

What are free weights (and why they’re worth it)

Freie Gewichte sind Gewichte, die du selbst kontrollierst, wie Kurzhanteln, Langhanteln und Gewichtsscheiben.

Statt dass eine Maschine deine Bewegung führt, arbeitet dein Körper selbst. Das kann sich am Anfang schwerer anfühlen. Genau deshalb ist es so effektiv.

Sie helfen dir dabei:

  • mehrere Muskeln gleichzeitig zu trainieren
  • deine Koordination und Balance zu verbessern
  • Kraft aufzubauen, die dir im Alltag hilft
  • dich natürlicher zu bewegen

Du musst Geräte nicht komplett ersetzen. Aber wenn du freie Gewichte in dein Training einbaust, wird es ausgeglichener. Du lernst, die Bewegung selbst zu kontrollieren, statt dich auf Maschinen zu verlassen. Mit der Zeit fühlst du dich stärker und selbstbewusster, im Gym und im Alltag.

Ich habe zum Beispiel mit einer 64-jährigen Kundin gearbeitet, die den Bereich komplett gemieden hat. Beim ersten Training mit leichten Hanteln war sie überzeugt, alles falsch zu machen. Nach nur einer Einheit fühlte sie sich schon sicherer. Ein paar Monate später konnte sie ihr Enkelkind wieder hochheben.

Mann wählt Kurzhanteln im Fitnessstudio, während im Hintergrund ein anderes Mitglied auf einer Bank trainiert

Warum sich freie Gewichte einschüchternd anfühlen können

Der Bereich wirkt oft einschüchternd, weil es weniger Anleitung gibt als bei Geräten.

Wenn du schon mal vorbeigelaufen bist und gedacht hast „vielleicht beim nächsten Mal“, bist du nicht allein. Das sind typische Gründe:

Du weißt nicht, was du machen sollst

Ohne Maschine fühlt es sich an, als würdest du raten.

Die Geräte wirken ungewohnt

Verschiedene Gewichte, Bänke, Stangen, das kann wie eine ganz andere Welt wirken.

Du fühlst dich beobachtet

Viele haben Angst, beobachtet oder bewertet zu werden. Vielleicht denkst du, dass andere genau schauen, was du machst.

In Wahrheit sind die meisten mit sich selbst beschäftigt, mit ihrem nächsten Satz oder ihrer Musik.

Und vergiss nicht, jeder hat mal angefangen.

Frau lächelt, während sie sich darauf vorbereitet, Kurzhanteln im Freihantelbereich zu heben

So startest du mit freien Gewichten

Du brauchst keinen komplizierten Plan. Je einfacher, desto besser.

Mit neuen Kunden starte ich oft so:

  • Wähle 3 bis 4 Grundübungen
  • Nimm ein leichtes Gewicht
  • Lerne zuerst die Bewegung
  • Nimm dir Zeit zwischen den Sätzen

Am Anfang geht es nicht darum, alles zu geben. Du willst dich erst sicher fühlen.

Die ersten Male fühlen sich vielleicht ungewohnt an. Das ist normal. Mit der Zeit wird es Routine.

Einfache Übungen mit freien Gewichten für den Einstieg

Du brauchst keine große Auswahl an Übungen. Ein paar gute Basics reichen völlig aus.

Frau macht Kniebeugen mit Kurzhanteln in einem Studio-Workout

Kniebeuge mit Kurzhanteln

Trainiert: Beine und Gesäß

So geht’s:

  • Halte in jeder Hand eine Kurzhantel seitlich am Körper
  • Stelle deine Füße schulterbreit auf
  • Beuge die Knie und senke deine Hüfte
  • Drücke dich wieder nach oben

Tipp von deinem Trainer: Denk daran, dich hinzusetzen statt dich nach vorne zu beugen

Mann führt vorgebeugtes Rudern mit Gewichtsscheiben in einem Studio aus

Kreuzheben mit Kurzhanteln

Trainiert: Gesäß und hintere Oberschenkel

So geht’s:

  • Halte die Kurzhanteln vor deinen Beinen
  • Schiebe deine Hüfte nach hinten und halte den Rücken gerade
  • Komm wieder nach oben

Tipp von deinem Trainer : Stell dir vor, du „rasierst“ mit den Hanteln deine Beine entlang

Frau macht ein Kurzhantel-Bankdrücken auf einer Bank im Studio

Kurzhantel-Press (Bank oder Boden)

Trainiert: Brust, Schultern, Arme

So geht’s:

  • Lege dich mit den Hanteln auf eine Bank oder auf den Boden
  • Drücke sie über deine Brust nach oben
  • Senke sie langsam wieder ab

Tipp von deinem Trainer: Bewege die Gewichte kontrolliert und lass sie nicht zu schnell fallen

Mann führt ein Kurzhantel-Rudern mit einem Knie auf der Bank in einem angeleiteten Workout-Setup aus

Kurzhantel-Rudern

Trainiert: Rücken und Arme

So geht’s:

  • Stütze dich mit einer Hand auf einer Bank ab und halte in der anderen eine Kurzhantel
  • Ziehe das Gewicht zu deinem Körper
  • Senke es wieder ab

Tipp von deinem Trainer: Zieh den Ellenbogen nach hinten, nicht nur die Hand

Probier das für dein erstes Training:

  • Kniebeugen mit Kurzhanteln – 10 Wiederholungen
  • Kurzhantel-Press – 10 Wiederholungen
  • Kurzhantel-Rudern – 10 Wiederholungen
  • Pause 60 bis 90 Sekunden
  • 2 bis 3 Mal wiederholen

Mann macht Schulterdrücken mit Kurzhanteln im Fitnessstudio

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Am Anfang denkst du vielleicht zu viel nach oder machst andere nach, ohne es wirklich zu verstehen.

Das sind typische Fehler:

Zu schnell zu schwer trainieren

Schwerer heißt nicht besser. Starte leicht, um die Bewegung richtig zu lernen.

Übungen zu schnell ausführen

Nimm dir Zeit. Langsame, kontrollierte Wiederholungen sind effektiver und sicherer.

Andere ohne Verständnis nachmachen

Nur weil jemand eine Übung macht, heißt das nicht, dass sie zu dir passt. Bleib bei deinem Plan.

Pausen überspringen

Pausen gehören dazu. Sie helfen dir, dich zu erholen und stärker weiterzumachen.

Frau lächelt, während sie auf einem Kraftgerät im Fitnessstudio pausiert

So fühlst du dich sicherer im Freihantelbereich

Für viele ist nicht die Übung das Schwierigste, sondern der Schritt in einen neuen Bereich.

Kleine Dinge machen hier einen großen Unterschied:

Geh zu ruhigeren Zeiten

Später Vormittag oder früher Nachmittag ist oft ruhiger. Abends ist es meist voller.

Geh mit einem Plan ins Training

Wenn du weißt, was du machst, fühlst du dich sicherer.

Starte in einer ruhigen Ecke

Du musst nicht mitten im Raum stehen. Such dir einen Ort, an dem du dich wohlfühlst.

Nutze die App oder Unterstützung

Ein einfaches Training in der Basic-Fit App hilft dir, fokussiert zu bleiben. Du kannst Workouts folgen und Schritt für Schritt trainieren.

Hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst

Ein Personal Trainer kann dir die Grundlagen näherbringen und dir helfen, dich wohlzufühlen, vor allem, wenn du nicht genau weißt, wo du anfangen sollst.

Aber das Wichtigste ist: Gib dir Zeit. Dass du dich fehl am Platz fühlst, heißt nicht, dass du hier nicht hingehörst. Es bedeutet nur, dass du neu bist – so wie es früher einmal jeder war.

Zum Schluss

Freie Gewichte können am Anfang einschüchternd wirken, aber das bleibt nicht so.

Du musst nicht alles wissen oder dich komplett bereit fühlen. Halte es einfach und bleib bei den Basics.

Selbstvertrauen kommt durchs Machen. Nimm dir beim nächsten Training eine Übung vor und leg los.

Wenn du einmal angefangen hast, fühlt sich der Bereich schnell vertraut an. Er wird Teil deiner Routine.

Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information. Deine Bedürfnisse können je nach Gesundheit, Erfahrung und Zielen variieren. Wenn du gesundheitliche Fragen hast, hol dir Rat bei einem Experten.