28 September 2026

So stärkst du deinen unteren Rücken

Martijn Stegeman
Head Trainer Editiestraat Almere
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Vielleicht hast du auf diesen Artikel geklickt, weil sich dein unterer Rücken oft schmerzhaft, verspannt oder empfindlich anfühlt. Vielleicht wird er nach der Arbeit oder dem Training müde, oder bei einfachen Bewegungen wie dem Aufheben eines Gegenstands oder einer zu schnellen Drehung. Oder du möchtest dich beim Heben, Tragen oder Trainieren einfach stärker und sicherer fühlen.

Ein stärkerer unterer Rücken kann helfen. Dabei geht es aber nicht nur darum, mehr Übungen für den unteren Rücken zu machen. Dein unterer Rücken ist Teil eines größeren Systems, das deinen Körper unterstützt. Deine Hüften, Beine und dein Oberkörper bewegen das Gewicht, während deine Körpermitte und dein Rücken dir helfen, stabil zu bleiben.

In diesem Guide erfährst du, welche Übungen deinen unteren Rücken stärken können, wie du diesen Bereich als Einsteiger trainierst und wie du kontrolliert Kraft aufbaust.

Was hilft dabei, den unteren Rücken zu stärken?

Dein unterer Rücken hilft dir, deinen Oberkörper stabil zu halten, wenn du dich beugst, etwas hebst oder trägst, dich drehst oder einer Bewegung entgegenwirkst. Er ist bei vielen Übungen aktiv, auch wenn diese nicht speziell auf den unteren Rücken ausgerichtet sind.

Denk zum Beispiel an Kniebeugen, Kreuzheben, Rudern, Trageübungen, Ausfallschritte und Schulterdrücken über dem Kopf. Bei all diesen Bewegungen hilft dein unterer Rücken dabei, deine Position stabil zu halten, während andere Teile deines Körpers Kraft erzeugen.

Zu den wichtigsten Muskeln und Bereichen, die rund um deinen unteren Rücken zusammenarbeiten, gehören:

  • Muskeln im unteren Rücken
  • tiefe Rumpfmuskulatur
  • Gesäßmuskulatur
  • hintere Oberschenkelmuskulatur
  • Hüftmuskulatur
  • Muskeln im oberen Rücken

Wichtig: Dein unterer Rücken muss nicht alles allein machen. Ein starker unterer Rücken entsteht meist dadurch, dass du lernst, deine Körpermitte anzuspannen, dich aus der Hüfte zu bewegen, deine Hüften zu kontrollieren und deine Wirbelsäule stabil zu halten, während sich deine Arme und Beine bewegen.

Die besten Übungen für einen stärkeren unteren Rücken

Person führt einen Bird Dog aus

1. Bird Dog

Beim Bird Dog lernst du, deinen Oberkörper stabil zu halten, während du deine Arme und Beine bewegst. Starte auf Händen und Knien. Spann deine Körpermitte leicht an, strecke einen Arm nach vorne und das gegenüberliegende Bein nach hinten. Halte deine Hüften dabei auf einer Höhe.

Gut für: Rumpfstabilität und Koordination.

Person führt einen Dead Bug aus

2. Dead Bug

Der Dead Bug hilft dir, deinen unteren Rücken zu kontrollieren, während du deine Arme und Beine bewegst. Leg dich auf den Rücken, heb deine Knie an und halte deine Rippen unten. Senke langsam einen Arm und das gegenüberliegende Bein ab. Geh nur so weit, wie du kannst, ohne dass sich dein unterer Rücken vom Boden löst.

Gut für: Körperspannung und Kontrolle.

Person führt rumänisches Kreuzheben kontrolliert aus

3. Rumänisches Kreuzheben

Beim rumänischen Kreuzheben trainierst du deine hintere Oberschenkelmuskulatur, deine Gesäßmuskulatur und deinen unteren Rücken zusammen. Du lernst, dich aus der Hüfte zu bewegen und dabei deine Wirbelsäule stabil zu halten.

Starte mit Kurzhanteln oder einer leichten Langhantel. Beuge deine Knie leicht, schieb deine Hüften nach hinten und senke das Gewicht nur so weit ab, wie du die Bewegung kontrollieren kannst. Du musst den Boden nicht berühren.

Gut für: die Hüftbewegung und kontrollierten Kraftaufbau im unteren Rücken.

Person führt eine Glute Bridge oder einen Hip Thrust aus

4. Glute Bridge oder Hip Thrust

Deine Gesäßmuskulatur spielt eine wichtige Rolle dabei, deinen unteren Rücken zu unterstützen. Wenn sie nicht genug mitarbeitet, kann dein unterer Rücken bei Hüftbewegungen zu viel Arbeit übernehmen.

Mit einer Glute Bridge oder einem Hip Thrust lernst du, deine Hüfte mithilfe deiner Gesäßmuskulatur zu strecken. Halte deine Rippen unten, spann deine Körpermitte an und vermeide es, deinen unteren Rücken am höchsten Punkt übermäßig ins Hohlkreuz zu drücken.

Gut für: eine starke Gesäßmuskulatur, Hüftstreckung und weniger Belastung für den unteren Rücken.

Person führt Rückenstrecken kontrolliert aus

5. Rückenstrecken

Beim Rückenstrecken trainierst du die Muskeln auf der Rückseite deines Körpers. Wichtig ist, dass du die Bewegung kontrolliert ausführst. Stelle das Polster auf Höhe deiner Hüften ein, nicht auf Höhe deines Bauchs. Senke deinen Oberkörper langsam ab und richte dich wieder auf, bis dein Körper gerade ist. Du musst dich am höchsten Punkt nicht weit nach hinten lehnen.

Gut für: die Ausdauer des unteren Rückens, die Gesäßmuskulatur, die hintere Oberschenkelmuskulatur und eine kontrollierte Streckbewegung.

Person führt einen Farmer's Walk mit Kurzhanteln aus

6. Farmer's Walk

Beim Farmer's Walk trainierst du deine Griffkraft, deine Körpermitte und die Stabilität deines Rückens. Halte die Gewichte seitlich neben deinem Körper und geh aufrecht los. Wähle ein Gewicht, das du tragen kannst, ohne dich zur Seite zu lehnen, dich zu verdrehen oder deine Haltung zu verlieren.

Gut für: Stabilität im ganzen Körper und Kraft für den Alltag.

Woher können Beschwerden im unteren Rücken kommen?

Beschwerden im unteren Rücken können viele Ursachen haben. Nicht jedes Ziehen oder jeder Schmerz bedeutet gleich, dass etwas Ernstes dahintersteckt. Manchmal entstehen Beschwerden, wenn eine Bewegung deinem Körper in diesem Moment mehr abverlangt, als du kontrollieren kannst.

Das kann passieren, wenn du mehr Gewicht hebst, als du aktuell bewältigen kannst, dich zu schnell bewegst, die Körperspannung verlierst, während eines Satzes müde wirst oder Beugen und Drehen miteinander kombinierst, obwohl dein Körper nicht stabil genug ist.

Dein unterer Rücken kann sich zum Beispiel empfindlich anfühlen, wenn du etwas Schweres aufhebst und dabei gleichzeitig den Rücken rund machst, dich drehst und die Bewegung zu schnell ausführst. Die Bewegung selbst ist nicht immer das Problem. Oft kommt es auf die Kombination aus Gewicht, Position, Geschwindigkeit und Kontrolle an.

So startest du mit dem Training für deinen unteren Rücken

Konzentriere dich zuerst auf die Kontrolle und dann auf das Gewicht. Du musst nicht jede Übung für den unteren Rücken in einem Training machen. Wähle zwei bis vier Übungen, die zu deinem Level passen, und integriere sie in dein normales Krafttraining.

Ein einfaches Training für Einsteiger könnte so aussehen:

Starte mit einem kurzen Warm-up und einigen leichten Sätzen, bevor du zu schwereren Übungen für die Hüfte oder den unteren Rücken übergehst.

  • Dead Bug oder Bird Dog: 2 Sätze mit 6 bis 8 Wiederholungen pro Seite
  • Glute Bridge: 2 bis 3 Sätze mit 10 bis 12 Wiederholungen
  • Rumänisches Kreuzheben: 2 bis 3 Sätze mit 8 bis 10 Wiederholungen
  • Farmer's Walk: 2 bis 3 kurze Strecken

Trainiere deinen unteren Rücken oder deine hintere Muskelkette am Anfang ein- bis zweimal pro Woche. Erhöhe Gewicht, Wiederholungen oder Sätze erst, wenn sich deine Technik stabil anfühlt und du sie zuverlässig wiederholen kannst.

Es geht nicht darum, deinen unteren Rücken völlig zu erschöpfen. Du möchtest ihn Schritt für Schritt stärker und belastbarer machen.

In der Basic-Fit App findest du Krafttrainings, Übungsanleitungen und gezielte Trainingseinheiten für verschiedene Muskelgruppen. Du kannst zu Hause oder im Club trainieren und ein Training wählen, das zu deinem Level und deinem Alltag passt.

Wenn du dir bei deiner Technik unsicher bist oder nicht weißt, welche Übungen zu deinem Level passen, kann dir ein Personal Trainer beim Einstieg helfen.

Wann solltest du vorsichtig sein?

Das Training für den unteren Rücken ist sicher, wenn du passende Übungen wählst, mit einem gut kontrollierbaren Gewicht trainierst und dich langsam steigerst. Eine leichte Muskelermüdung kann normal sein. Bei manchen Übungen ist es auch normal, dass du spürst, wie dein unterer Rücken arbeitet.

Stechende Schmerzen, Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, plötzlicher Kraftverlust oder Beschwerden, die stärker werden, sind dagegen Zeichen dafür, das Training zu stoppen und dir Rat bei einer qualifizierten Fachperson zu holen. Wenn du einen Bandscheibenvorfall, eine schwere Verletzung oder anhaltende Rückenbeschwerden hattest, hol dir Unterstützung, bevor du mit schweren Gewichten trainierst.

Du musst keine Angst vor Bewegung haben. Wichtig ist aber, dass du dein aktuelles Level respektierst.

Person führt einen Back Fly mit kontrollierter Technik aus

Wie sollte sich das Training für den unteren Rücken anfühlen?

Ein gutes Training für den unteren Rücken sollte sich kontrolliert anfühlen. Du darfst deinen unteren Rücken arbeiten spüren, solltest aber auch merken, dass deine Gesäßmuskulatur, deine hintere Oberschenkelmuskulatur und deine Körpermitte mitarbeiten.

Wenn sich jede Übung nur wie eine Belastung für den unteren Rücken anfühlt, solltest du vielleicht etwas anpassen. Das Gewicht könnte zu schwer, der Bewegungsumfang zu groß oder deine Vorbereitung zu hektisch sein.

Frag dich: Hatte ich die Bewegung unter Kontrolle oder hat mein unterer Rücken die Arbeit übernommen?

Wenn dein unterer Rücken die Arbeit übernommen hat, reduziere das Gewicht, verkürze den Bewegungsumfang oder wähle eine einfachere Variante.

Häufige Fehler beim Training des unteren Rückens

1. Zu früh zu schwer trainieren

Eine Übung mit mehr Gewicht ist nicht automatisch besser. Wenn du deine Position nicht kontrollieren kannst, ist das Gewicht im Moment zu schwer. Starte leichter und steigere dich langsam.

2. Nur auf die Ermüdung im unteren Rücken achten

Ein Brennen im unteren Rücken bedeutet nicht automatisch, dass du ihn gut trainierst. Es kann auch bedeuten, dass deine Hüften, deine Gesäßmuskulatur oder deine Körpermitte nicht genug mitarbeiten. Konzentriere dich auf Kontrolle, nicht nur auf das Gefühl.

3. Aus dem unteren Rücken statt aus der Hüfte bewegen

Bei Übungen mit einer Hüftbeuge sollte die Bewegung hauptsächlich aus der Hüfte kommen. Denk an „Hüfte nach hinten“ und halte das Gewicht nah am Körper.

4. Einen zu großen Bewegungsumfang nutzen

Mehr Bewegungsumfang ist nicht besser, wenn du dadurch deine Position verlierst. Bewege dich nur so weit, wie du die Bewegung kontrollieren kannst.

5. Die Körperspannung vergessen

Deine Körpermitte hilft dir, deine Position stabil zu halten. Spann sie vor jeder Wiederholung leicht an, als würdest du dich darauf vorbereiten, dass jemand sanft gegen deinen Bauch drückt.

Deine einfache Checkliste für einen stärkeren unteren Rücken

Prüfe vor jedem Satz:

  • Nutze ich ein Gewicht, das ich kontrollieren kann?
  • Kann ich meine Wirbelsäule stabil halten?
  • Kommt die Bewegung aus meiner Hüfte, wenn das nötig ist?
  • Arbeiten meine Gesäßmuskulatur, meine hintere Oberschenkelmuskulatur und meine Körpermitte mit?
  • Kann ich atmen und meine Körpermitte anspannen, ohne meinen ganzen Körper zu verkrampfen?
  • Vermeide ich stechende Schmerzen, zunehmende Beschwerden oder Symptome, die ins Bein ausstrahlen?
  • Passt die Übung zu meinem aktuellen Level?
  • Kann ich jede Wiederholung mit derselben Technik ausführen?

Person führt einen Klimmzug bei Basic-Fit aus

Fazit

Einen stärkeren unteren Rücken baust du auf, indem du lernst, dich kontrolliert zu bewegen, deine Körpermitte gut anzuspannen und deine Hüften, Gesäßmuskulatur, hintere Oberschenkelmuskulatur, Körpermitte und deinen Rücken zusammenarbeiten zu lassen.

Starte mit Übungen, die zu deinem Level passen. Nutze einen Bewegungsumfang, den du kontrollieren kannst, und steigere dich Schritt für Schritt. Dein unterer Rücken soll dir dabei helfen, dich stark und sicher zu bewegen, nicht mit Angst.

Öffne die Basic-Fit App und entdecke Krafttrainings und Trainingspläne, die du zu Hause oder im Club machen kannst. Wähle etwas, das zu deinem Level passt, und entwickle dich von dort aus weiter.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information. Was zu dir passt, kann je nach Gesundheitszustand, Trainingserfahrung und persönlichen Zielen unterschiedlich sein. Wenn du eine Erkrankung hast oder dir wegen deiner Gesundheit Sorgen machst, solltest du dich von einer qualifizierten medizinischen Fachperson beraten lassen.